In den vergangenen Jahren wurde deutlich, wie einfach es ist, Menschen trotz technologischer Fortschritte zu beeinflussen. Als begeisterter Anhänger von Innovation und Technologie empfinde ich es als faszinierend und gleichzeitig besorgniserregend, die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu beobachten.
Loyalty-Programme wie Cashback-Systeme sind ein alltägliches Beispiel dafür, wie subtil unser Verhalten durch Technik und Sprache gelenkt wird. Sie locken uns immer wieder in die gleichen Geschäfte – ein unsichtbares Netzwerk, das unser Konsumverhalten prägt. Diese Mechanismen regen zum Nachdenken über die Manipulationskraft von Technologie an.
Ein persönliches Erlebnis hat mich besonders nachdenklich gemacht: die Veränderung unserer Sprache. Begriffe wie "Achse des Bösen" oder "Angriffskrieg" beeinflussen unsere Wahrnehmung und schaffen ein bestimmtes Framing. Als Kind der Nachkriegsgeneration erlebte ich, wie Dogmen über Feinde und Gefahren hinterfragt und überwunden wurden. Gleichzeitig bin ich stolz auf Errungenschaften wie Wikipedia, die einst für freien und grenzenlosen Zugang zu Wissen standen.
Mit der Zeit wurden auch diese Ideale durch Missbrauch gefährdet. So mussten etwa bei Wikipedia strenge Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeführt werden. Ein ähnliches Problem könnte sich bei allgemein zugänglichen KI-Modellen ergeben. Was passiert, wenn politische Akteure oder kleine, aber einflussreiche Gruppen durch gezielte Eingaben die Ergebnisse dieser Modelle verzerren? Die Gefahr, dass Nutzer indirekt gelenkt werden, ist real.
Wie werden unsere Kinder mit diesen Herausforderungen umgehen? Werden sie in einer Welt aufwachsen, in der Mauern zwischen Information und Manipulation gezogen werden, oder in einer, die auf Offenheit und kritisches Denken setzt?
Die Macht der Sprache und Technologie sollte uns dazu anregen, ethische Grundsätze zu wahren und manipulative Strukturen zu hinterfragen. Nur so können wir eine Welt schaffen, in der Innovationen der Menschheit dienen und nicht kontrollieren.